Freunde – Yvonne Westenberger-Fandrich

Tim hat immer die neuesten und angesagten Spielsachen, denn seine Eltern besitzen einen Spielwarenladen. Da Tims Familie vor kurzem umgezogen ist, besucht er heute zum ersten Mal seinen neuen Kindergarten.
„Mama, Mama wann geht’s los? Meine Sachen habe ich schon eingepackt.“ Tim zeigt stolz auf seinen prall gefüllten Rucksack. Mit hoch roten Gesicht versucht er noch seinen Lieblingsteddy nachzustopfen. „Na dann kann ja nichts mehr schiefgehen“, meint der Papa augenzwinkernd. „Willst du wirklich das alles mitschleppen Tim?“, fragt die Mama. „Na klar, ich brauch doch was zum spielen“, sagt Tim aufgeregt. Mit einem Stirnrunzeln schaut die Mama hinter Tim her. „Hopse ins Auto, wir fahren jetzt los!“

Im Kindergarten ruft Frau Winter alle Kinder zu sich. „Ich möchte euch Tim vorstellen. Er besucht ab heute jeden Tag unseren Kindergarten. Herzlich willkommen bei uns, Tim.“ Neugierig schauen die Kinder zu Tim und dem dicken Rucksack. „Was ist da drin?“, fragt Toni interessiert. „Meine Spielsachen“, antwortet Tim und öffnet den Rucksack. „Oh, so viele schöne Sachen“, ruft Toni begeistert, „wollen wir damit zusammen spielen?“ Tim freut sich sehr, gleich einen Freund gefunden zu haben.

Am nächsten Tag bringt Tim wieder einige seiner Spielzeuge mit. Auch dieses Mal spielt er den ganzen Tag nur mit Toni.

Am nächsten Morgen sagt die Mama zu Tim, „Heute musst du deine Spielsachen zu Hause lassen. Ihr macht einen Ausflug. Pack dein Essen für das Picknick in den Rucksack!“ Enttäuscht räumt Tim die Spielzeuge wieder aus. Toni kommt im Kindergarten gleich angerannt. „Hast du den Dino mit und den Höhlenmenschen?“, will er wissen. „Nein, die passten nicht mehr rein, aber wir können ja auch etwas anderes beim Picknick spielen“, schlug Tim Toni vor. Der winkte verärgert ab, „Och nö, lass mal.“ Tim schaut Toni traurig hinterher.

Beim Picknick spielt Toni mit den anderen Kindern der Gruppe. Tim sitzt allein auf seiner Decke.
„Warum spielst du nicht mit den anderen, Tim?“, fragt Frau Winter. „Hab heute keine Lust“, schnieft Tim. Max kommt und fragt, „He Tim magst du mit mir Fußball spielen? Meine Mama hat mir einen zum Auf pusten mitgegeben.“ Tim strahlt. Sein Kummer ist vergessen und er spielt den ganzen Tag mit Max Ball.

Am späten Nachmittag werden die Kinder von ihren Eltern abgeholt. Toni geht zu Tim und sagt, „Wenn du morgen deine Spielsachen mitbringst, dann spiele ich wieder mit dir!” „Och nö, lass mal du. Ich spiele lieber mit Max, denn er spielt nicht nur mit mir wenn ich meine Spielsachen von zu Hause mithabe.“
Tims Mama sieht ihren Sohn erstaunt an. „Ist alles in Ordnung Tim?” – „Alles bestens Mama“, strahlt er, „ab Morgen nehme ich gar kein Spielzeug mehr mit in den Kindergarten, von nun an spiele ich mit Max, meinen besten Freund.

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